Wo der Max seine Würste isst

Seit Februar hat Wurst & Moritz am Escher-Wyss-Platz geöffnet. Höchste Zeit, selber in die Wurst zu beissen.

Normalerweise mache ich einen grossen Bogen um Wurststände, Dönerbuden und Ähnliches, da ein Vegetarier dort höchstens an ein paar Salatblättern knabbern kann. Anders bei Wurst & Moritz. Neben der eigens für das Lokal kreierten Currywurst, Kalbsbratwurst, Schweinswurst, Cervelat, Mergues und Pouletspiess gibt es auch eine Vegiwurst. Ich kann also beherzt zuschlagen. Als Beilage wähle ich Salat und Pommes, bei der Sauce entscheide ich mich für die klassische Variante. Zur Auswahl gestanden hätten auch eine fruchtige und eine scharfe, aber da die klassische am mildesten sein soll, spricht mich diese am meisten an. Alle drei Saucen wurden von einem 16-Punkte Koch kreiert und sind vegan.

Die Tische vor dem Lokal sind auch am Abend noch gut besetzt. Die Leute schwatzen, lachen und kauen zufrieden. Ich setze mich neben ein junges Pärchen, welches sich eine Currywurst teilt. Nach etwa zehn Minuten bringt mir der Geschäftsführer Moritz Stauffer mein Essen. Die Pommes sind heiss und knusprig, nur leider etwas versalzen. Am Salat hingegen gibt es nichts auszusetzen. Die Portion ist grosszügig, schön angerichtet und die Blattsalate mit den Cherrytomaten, Gurkenstückchen und Radieschen schmecken sommerlich frisch.

Dann widme ich mich der Wurst. Als Vegetarier bekommt man ja oft ziemlich dürftige Ersatzprodukte aufgetischt. Nicht so hier. Die Wurst ist rundherum gut gebraten und mit reichlich Currysauce bedeckt. Meiner Meinung nach – Fleischesser würden mir da sicher widersprechen – schmeckt sie wie eine echte Kalbsbratwurst. Die Sauce toppt mein Berlinerlebnis vor vielen Jahren um Längen! Mit der fantasielosen Ketchup-Curry-Pampe von damals hat diese hier nichts zu tun. Der Gout ist sehr tomatig-fruchtig mit einem Hauch von Curry. Leider wird sie nach ein paar Bissen doch etwas scharf, was aber bestimmt an meinen überheiklen Geschmacksnerven liegt. Zum Glück wird zu jeder Wurst ein Stück Brot gereicht. Das hilft, die Schärfe zu neutralisieren.

Primär geht es beim Essen ja darum, den Hunger zu stillen. Wenn es dann auch noch gut schmeckt, wie bei Wurst & Moritz, kann man eigentlich nur noch zufrieden sein. Wer es dennoch nicht ist, sollte auf Facebook Fan von Wurst & Moritz werden. Denn User können online aktiv mitbestimmen, was verbessert, geändert, oder hinzugefügt werden soll. Übrigens hat das Wurstresti am Wochenende bis um fünf Uhr früh geöffnet, für den grossen After-Club-Kohldampf. Ich werde mich nach der nächsten durchzechten Nacht jedenfalls lieber bei Wurst & Moritz verpflegen als beim Burgerriesen mit dem gelben M.

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