VINTAGE-RENNVELOS FÜR DAS URBANE VOLK

Marco Luzzatto (25) und Martina Amsler (24) wissen, was das junge und urbane Volk will. Sie sind die beiden Köpfe hinter „Rennstahl“, einer Werkstatt, die Vintage-Rennräder zusammenbaut und feilbietet. Mit ihrer Geschäftsidee haben die zwei Studenten in der Velostadt Zürich ins Schwarze getroffen.

Das Fahrrad ist sein ständiger und treuer Begleiter. Egal ob auf dem Land oder in der Stadt, Marco Luzzatto fährt Fahrrad seit er denken kann. Aus dieser Leidenschaft entwickelte sich vor gut zwei Jahren das Projekt “Rennstahl”, ein Unternehmen für Rennräder mit Geschichte. Das Konzept besteht darin, verwahrloste Renner wieder fahrtüchtig zu machen und ihnen ein neues Leben einzuhauchen. Die aufgepimpten Räder werden anschliessend im Showroom auf ihrer Webseite präsentiert, wo sie auf einen neuen Besitzer warten.

Der zündende Gedanke kam Marco am Anfang seines Politik- und Wirtschaftstudiums. Im Rahmen des Seminares „Unternehmensgründung: Do The Sales Pitch” stellte er erstmals seine Idee vor. Weitere Inputs bekam er neben seinem Studium auch bei Venture Challenge, einem Startup-Trainingskurs für Studierende, in dem mit professioneller Unterstützung gezeigt wird, wie man überzeugende Geschäftsidee umsetzt. Die Ratschläge haben gefruchtet, denn die Nachfrage bei „Rennstahl“ ist heute gross. Die lässigen Looks der Rennräder sind beliebt und man bekommt sie bei den beiden Studierenden zu einem fairen Preis, ab 400 Franken. Auf der Webseite sind die aktuellen Modelle ausgestellt und nach Wunsch kann jeweils eine Probefahrt vereinbart werden. Momentan befindet sich ihre Werkstatt noch in Zürich-Nord, sie möchten aber sobald wie möglich in den Kreis 5 zügeln. Warum? „Als Werkstatt passt Rennstahl hervorragend in das von der Industrie geprägte Quartier. Zudem stammen viele unserer Kunden aus diesem Kreis“.

Marco und Martina sind oft im Kreis 5 unterwegs. Nach einem langen Tag in der Werkstatt gehen sie am liebsten ins Maison Blunt oder seit diesem Sommer und dank der entspannten Atmosphäre in Gerolds Garten. Zürich-West bedeutet für die beiden Geschäftstüchtigen Raum zum Denken und Handeln, für Kreatives und Grosses: „Man muss offen sein für Kontraste.“ Auch zum Fahrradfahren eignet sich das Quartier gut: „Egal ob Brücken, Kreuzungen oder geradeaus, es ist überall ziemlich unkompliziert.“ Überhaupt finden die beiden, dass sich Zürich als Velostadt gut eignet: „Mit den ÖV ist man einfach zu langsam.“ Auf die Frage, ob sie einen Helm tragen, grinsen sie verlegen. Dies sei ein Dauerkonfliktthema, weil ein Helm entweder hässlich, unbequem oder vernichtend für Frisurbewusste sei. Vor kurzem haben die beiden „Hövding“ entdeckt: ein unsichtbarer Helm, der eigentlich ein Kopf-Airbag ist und im Kragen sitzt. Zwei Schwedinnen haben diesen in jahrelangen Testphasen entwickelt und so konstruiert, dass bei einem Unfall binnen einer Zehntelsekunde ein schützendes Luftpolster aus dem Kragen springt. Ein Schnäppchen ist Hövding nicht, er kostet umgerechnet 650 Franken, aber „Rennstahl“ möchte den Helm trotzdem bei sich anbieten. Und tatsächlich kann man sich überlegen, auf das neuste iPad zu verzichten und zum selben Preis eine Investition zu wagen, die einem vielleicht sogar das Leben rettet. Die Suva wird’s freuen.

Repräsentant von Rennstahl, weitere Modelle in ihrem Showroom ersichtlich

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