Schulen im Kreis 5

Das war nicht immer so, aber heutzutage ist es hipp mit Kindern im Langstrassenqartier zu wohnen. Doch wo sind all die Eltern, wenn die Kinder in die Schule kommen?

Verbringt man einen sonnigen, warmen Samstagnachmittag auf der Josi, kommt man um den Eindruck nicht umhin, dass im Kreis 5 tausende junge Eltern wohnen. Der Kleinkinderspielplatz mit seinem Sandkasten, der Rutsche und der Schaukel quillt vor lauter Kindern schier über. Wie überall im Kreis 5 sind auch hier alle Kulturen vertreten, jedoch hat es auffällig viele gut situierte Mitteleuropäer. Ein ganz ähnliches Bild bietet sich übrigens auch auf der Bäcki im Kreis 4. Ebenfalls sehr ähnlich, wenn auch kulturell sehr viel bunter gemischt, ist das Bild, welches sich einem auf dem Pausenplätzen der Schulhäuser im Langstrassenquartier bietet. Unweigerlich fragt man sich, ob denn die Kinder von der Josi/Bäcki nicht älter werden und hier zur Schule gehen. Und tatsächlich ist es so, dass viele Eltern aus dem Langstrassenquartier ziehen, sobald ihr Kinder ins schulfähige Alter kommen. Doch warum nur? Eine Grund, welcher immer wieder angeführt wird, ist die mangelnde Durchmischung der Klassen. Im Klartext heisst das, dass es zu wenig Schweizer in der Klasse hat und das Leistungsniveau entsprechend zu tief ist, so dass die lieben Kleinen es kaum aufs Gymnasium schaffen werden. Abgesehen davon, dass die Lern- und Leistungsbereitschaft massgeblich zu Hause geformt wird, handelt es sich auch um ein Paradox, welches genau von diesen Eltern produziert wird. Würden nämlich all die hippen, gut situierten Eltern nicht wegziehen, es gäbe eine gesunde Durchmischung an den Schulen, was sowohl den Leistungsstarken, wie auch den eher schwächeren Schülern entgegenkäme. Aus eigener Erfahrung als Vater von zwei schulpflichtigen Kindern, welche beide im Kornhaus zur Schule gehen und als ehemaliger Schulpfleger, kann ich folgendes sagen: Die Lehrer sind sehr engagiert, die lernwilligen Schüler werden entsprechend gefördert, das Schulhausklima ist super und auch wenn am Schluss weniger Kinder ins Gymi gehen, als am Zürichberg, haben sie dafür Sachen gelernt, welche sich an der Goldküste nicht lernen lassen.

Am 3. April, am Tag der Stadtzürcher Schulen kann sich jeder ein eigenes Bild der Schulen im Kreis 5 machen: von 8.00 bis 18.00 Uhr sind die Schulen offen für Besucher. Warum nicht mal einen Blick auf den Pausenhof werfen? Warum nicht mal eine Schulstunde besuchen?

Es wäre schön, wenn aus dem Babyboom im Kreis 5 auch ein Kinder- und Teenieboom würde!

Darum: 3. April im Kornhaus. See you there!

Galerie

  • Urs Helfenstein 28.3.2012 18.13 Uhr

    Das mit dem Wegziehen war schon vor 20, 30 Jahren so. Dabei konnte man es schon damals ans Gymi schaffen. Viele bleiben halt lieber unter sich (d.h. ziehen weg), schicken dann ihr Kind aber später ein Jahr ins Ausland, um eine "fremde" Kultur kennenzulernen. Das kann man bei uns schon ab Primarschule haben, ohne weit weg reisen zu müssen.

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