Sattmacher

Im Restaurant Steinfels geht niemand hungrig vom Tisch. Dank der eigenen Bierproduktion auch nicht durstig.

Das Steinfels ist kein Restaurant für ein romantisches Candle-Light-Dinner mit dem Herzblatt, dafür aber der ideale Ort, um sich mit Freunden zu treffen – auf ein Bier oder ein gemütliches Abendessen. Das scheint allgemein bekannt zu sein, denn als wir an einem hundsnormalen Mittwochabend eintreffen, ist das Lokal bis auf den letzten Platz gefüllt. Um uns herum lachen und plaudern die Leute; die Stimmung wirkt heiter. Obwohl reger Betrieb herrscht, müssen wir nicht lange auf unsere Getränke warten. Auch unsere Essensbestellungen werden zügig gebracht. Zur Vorspeise haben wir uns für Crostini entschieden; einmal mit Tomatenwürfeln und einmal mit Frischlachs-Tatar. Von beiden kriegen wir je drei Stück und zwar nicht so mickrige wie man sie beim Italiener üblicherweise kriegt, wenn man Bruschetta bestellt, sondern rechte Brotscheiben.

Die Crostini sind wunderschön angerichtet, wie überhaupt alles in diesem Restaurant, wie wir an den Tellern auf den Nachbartischen erkennen können. Wir freuen uns auf das erste Geschmackserlebnis – und werden prompt enttäuscht. Das Olivenöl, mit dem das Brot bestrichen ist, hat einen ranzigen Gout, welcher sämtliche anderen Noten übertönt. Ausserdem sind die Brötchen ziemlich weich, was bei Crostini nicht sein dürfte. Der Dämpfer, den uns die Vorspeise versetzt hat, ist jedoch vergessen, sobald die Hauptgerichte vor uns stehen. Denn bei diesen Portionen erledigt sich das Thema Vorspeise von alleine. Wir haben einmal das Cordon-Bleu vom Schwein mit Pommes und gemischtem Salat (steht nicht auf der Karte) und einmal den California Salat – auf Wunsch ohne Kokos- und Pecannüsse – bestellt, der mit frischer Mango, Avocado, Papaya, Grapefruit, Hüttenkäse, Cherrytomaten, Gurken, Blattsalaten und Minze auftrumpft.

Auf Empfehlung der aufgestellten Kellnerin wurde zum Salat ein Honig-Ingwer-Dressing gereicht. Eine Ausgezeichnete Wahl, denn die milde Süsse und der Hauch von Ingwer harmonieren perfekt mit sämtlichen Komponenten des Salats. Überhaupt gibt es am ganzen Gericht nichts auszusetzen. Die Früchte sind frisch und aromatisch, ebenso das Gemüse und der Käse. Dass die Sauce in einem separaten Kännchen gebracht wird, ist ein weiterer Pluspunkt, denn nichts nervt mehr als Salat, der im Dressing ertränkt wurde. Dazu gibt es drei verschiedene Sorten Brot: Tomaten, Oliven und Baguette. Wir probieren die ersten zwei und sind von beiden gleichermassen angetan. Die Riesenportion an Grünzeug stellt sich hinterher als genau richtig heraus: nicht zu viel, aber dennoch sättigend.

Das Cordon-Bleu ist gut durchgebraten und schmeckt, haut uns jedoch nicht vom Hocker. Im Gegensatz zu den Pommes Frites. Diese kommen heiss an den Tisch, haben die perfekte Konsistenz – aussen knusprig, innen weich – und glänzen durch die ideale Menge an verwendetem Salz. Den Rest, den wir auf dem Teller zurücklassen, hat nichts mit fehlender Qualität zu tun, sondern mit übermässiger Quantität. Wir wollen schliesslich Raum lassen für das Dessert, von dem uns schon im Vorhinein vorgeschwärmt wurde: Ein lauwarmes Schokoladenküchlein mit Joghurtglace und Mango-Passionsfrucht-Coulis.

Der Kuchen ist tatsächlich noch warm und innen flüssig. Er schmeckt sehr schokoladig und nicht zu süss. Weitaus mehr begeistern uns aber das Joghurtglace und das Mango-Passionsfrucht-Coulis. Das Eis erfrischt mit einer angenehmen Säure, das Coulis besticht durch den intensiven Fruchtgeschmack. Natürlich probieren wir auch eines der Biere aus der hauseigenen Brauerei. Das blonde Weizenbier überzeugt durch einen kräftigen, leicht rauchigen Geschmack. Fazit: Wer zünftige Portionen zu fairen Preisen, nettes Personal und eine lockere Atmosphäre schätzt, ist im Steinfels bestens aufgehoben!

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