Nicht nur für Theaterfans

Diesen Monat feiert der 4. Akt seinen fünfzehnten Geburtstag. Geschäftsführer Davide Del Gaudio spricht über die Anfänge, Zukunftspläne und die legendären grossen Drinks.

Davide Del Gaudio, Geschäftsführer

Linda Solanki: Herr Del Gaudio, woher führt der Name 4. Akt und warum gibt es keinen 1. und 3. Akt?

Davide Del Gaudio: Im österreichischen Linz gab es mal eine Schnitzelstube namens 1. Akt. Die damalige Freundin des Besitzers Hugo Holenstein stammte aus Österreich und machte ihn mit dem Lokal bekannt. Der Schuppen gefiel Holenstein und so eröffnete er den 2. Akt in Zürich, welcher am Anfang ebenfalls auf Schnitzel spezialisiert war, bevor er zur House Bar umfunktioniert wurde. Darauf folgten der 3. Akt in Brugg, der 4. Akt in Zürich West und der 5. Akt im Niederdorf. Heute existieren jedoch nur noch der 2. und der 4. Akt.

Solanki: Welches alkoholische Getränk wird am häufigsten bestellt?

Del Gaudio: Der Trend geht Richtung weisser Wodka und weg vom roten – welcher vor ein paar Jahren extrem beliebt war –, entweder pur oder gemischt mit Red Bull oder diversen Fruchtsäften. Unsere Spezialität sind die grossen Gläser mit 1.5 dl Spirituose, wobei viele sich diese mächtige Portion teilen. Ich selber habe übrigens noch nie einen dieser Mega-Drinks bestellt.

Solanki: Ist weisser Wodka auch Ihr Favorit?

Del Gaudio: Früher trank ich bevorzugt Wodka Lemon, auch gerne mal zwei, drei nach dem Mittagessen. Heute mag ich lieber Kaffee und benutze Alkohol nur noch als Genussmittel und nicht mehr – blöd gesagt – zum Saufen.

Solanki: Wie oft muss sich die Putzfrau über Kotzspuren ärgern?

Del Gaudio: Grundsätzlich nicht sehr häufig. Anders sieht es jedoch aus, wenn die KV-Kids ihre Lernabschlussprüfung (LAP) hinter sich haben. Da müssen dann schon harte Putzgeschütze aufgefahren werden.

Solanki: Wie sieht es mit Saufen bis zur Bewusstlosigkeit aus? Ist das auch schon vorgekommen?

Del Gaudio: Selten mal musste der Krankenwagen gerufen werden und das war ebenfalls meistens zur Zeit der LAP, da viele Stress abbauen wollen und es dann mit dem Feiern gründlich übertreiben.

Solanki: Wie hat sich die Zürcher Ausgehkultur in den letzten Jahren verändert?

Del Gaudio: Was mir vor allem auffällt, ist, dass die Aggressivität extrem zugenommen hat. Bis etwa 1999 haben wir keine Türsteher gebraucht, heute wäre das undenkbar. Auch damals haben die Leute viel getrunken, die Drogenszene war viel ausgeprägter, aber heute spürt man einfach eine vergrösserte Gewaltbereitschaft. Das ist natürlich sehr schade. Mit unseren Türstehern versuchen wir, zur Prävention beizutragen, denn so kommt es gar nicht erst zu Ausschreitungen.

Solanki: Welches war ihr schlimmstes Erlebnis im Zusammenhang mit dem 4. Akt?

Del Gaudio: Einmal ist ein ehemaliger Türsteher ausgerastet und auf einen der Gäste losgegangen. So etwas darf natürlich nicht passieren.

Solanki: Und das schönste?

Del Gaudio: Mein persönliches Highlight ist jedes Jahr aufs Neue unser Loveboat an der Streetparade. Nicht nur mir selber macht es viel Freude, ich erhalte auch stets positives Feedback der Gäste – und das ist überhaupt das Wichtigste: Dass die Leute Spass haben.

Solanki: Wie sieht es mit Zukunftsplänen aus?

Del Gaudio: Wir planen zurzeit ein neues Lokal namens „Akt“ im Niederdörfli, welches eher gediegen ausgestattet sein und somit eher das Stammpublikum von früher ansprechen soll. Statt Bier gibt es dann vielleicht Cüpli und Austern. Aber auch der 4. Akt wird nicht stillstehen, denn in einer schnelllebigen Stadt wie Zürich muss man stets mit dem Puls der Zeit gehen.

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