«Mein Cupcake-Shop ist ein zweites Zuhause»

2012 eröffnete »Michelle's Cupcake« ihren Shop an der Luisenstrasse. Heute verkauft Michelle ihre Cupcakes noch immer mit der selben Passion. Und in den zwei Jahren hat sich Einiges getan.

Kaum eingetreten empfängt einen ein herzliches Lächeln. «Was darf es sein?», fragt die Mitarbeiterin mit blauem Haar. Ich begebe mich zur Theke und betrachte die liebevoll beschmierten Cupcakes. Das Wochenspecial hat meine Aufmerksamkeit: Chai Cupcakes. Mmmh. Es ist eine friedliche Stimmung im Laden. Nicht nur dank der sorgfältig ausgewählten Einrichtung und dem vielen rosa an den Wänden. Auch die Cupcakes-Macherinnen lassen keinen Stress aufkommen. Das ist eine stressfreie Zone, was man als Kunde sofort schätzt. Es ist eine familiäre Wohlfühlstimmung, wie man es kennt, wenn ein paar Freunde zusammen Kochen und ein Festmahl zubereiten. Wer der Boss ist merkt man trotzdem. Michelle beschmiert gekonnt und mit viel Passion einen Cupcake nach dem anderen mit Creamcheese, als ich sie frage, wie man darauf komme, Cupcakes herzustellen.

Die schön angerichtete Vitrine

«In London verliebte ich mich in einen Cupcake-Laden.», sagt Michelle. «Wieder Zuhause versuchte ich es schliesslich einfach selbst. Meinen Freunden schmeckte es.» Damals wusste noch kaum ein Schweizer von der Existenz der kleinen Leckereien. 2009 machte sich Michelle auf und leistete Pionierarbeit im Cupcake-Business. Damals arbeitete sie noch am Flughafen als Luftverkehrsangestellte. Dies nur Teilzeit, damit sie nebenbei ihrer Passion nachgehen konnte und um beispielsweise am Nachtmarkt oder im Rimini ihre kleinen Lieblinge verkaufen zu können.

Michelle's Cupcakes an der Luisenstrasse 19

DIE LANGERSEHNTE MARKTLÜCKE

2012 folgte dann die Eröffnung des eigenen Laden. «Ich wollte schon immer selbstständig sein.», sagt Michelle. «Nur wusste ich nie mit was. Die Cupcakes waren wie eine Eingebung und ich wusste, was ich tun musste.» Endliche hatte Michelle eine Marktlücke gefunden. Durch ein wenig Glück fand Michelle das Ladenlokal an der Luisenstrasse 19. Damals teilte Michelle den Shop noch mit »Pony Hütchen«, welche Kosmetik in zuckersüsser Optik im Sortiment hatte. Badebonbons, Badepralinen, Badegugelhupfe oder Badecupcakes zierten den einen Teil des Shops, richtige, zum Reinbeissen feine, Cupcakes den anderen.

Cupcakes zu fairen Preisen

Zu dieser Zeit war die Passions-Konditorin noch ein Ein-Frau-Team. Doch in den zwei Jahren hat sich viel getan. »Pony Hütchen« gab ihr Geschäft an der Luisenstrasse auf und so übernahm Michelle den gesamten Laden. »Michelle's Cupcakes« wuchs stetig. Auch dass die Bekanntheit der Cupcakes in den letzten Jahren massiv zu genommen hat, verhalf dem Laden zum Erfolg. «Heute beschäftige ich sieben Mitarbeiter», sagt Michelle, «und letzten November haben wir den Shop am Talacker eröffnet.»

Heimelige Stimmung in Michelles zweitem Zuhause

HEIMAT: CUPCAKE-LAND

Eines hat sich während der zwei Jahre nicht verändert: Michelles ungebrochene Passion für ihr Produkt. Kritisch frage ich, ob die Selbständigkeit nicht überschätzt sei und man irgendwann ernüchternd aufwache. «Ich wollte wirklich schon immer selbständig sein.», sagt Michelle. «Ich wollte frei sein und mein eigener Chef und ich habe beides erreicht.» Klar sei es manchmal streng gewesen, doch wenn man etwas mache, was einem Freude bereitet, sei es einfach. Wie ich Michelle so beobachte bei ihrer Arbeit, merkt man, dass sich hier jemand verwirklicht hat und ein sehr zufriedenes Leben lebt. «Ich stehe am Morgen auch nicht auf und gehe zur Arbeit. Mein Laden ist mein zweites Zuhause. Ich bin gern hier.«

Sie sehen lecker aus und sind es auch.

Michelles Zufriedenheit verspürt man im ganzen Betrieb. Während wir uns unterhalten, gehen die zwei Mitarbeiterinnen selbständig und zufrieden ihrer Arbeit nach. Nur selten spricht Michelle einen Befehl aus. Es scheint, als bestehe eine strikt definierte Arbeitsteilung. Doch dem ist nicht so. «Bei uns macht jeder alles.», sagt Michelle. «Ich denke, dass ist wichtig, denn es macht die Arbeit attraktiv.» Neue Angestellte müssen also alle Facetten des Betriebs erlernen. Eine Konditorlehre sei aber nicht Voraussetzung. «Ich selbst habe auch keine Ausbildung in dem, was ich mache. Die Begeisterung für die Cupcakes ist viel wichtiger.»

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