Lindas Sexkolumne – Das Herz, es schmerzt

Gegen Liebeskummer ist niemand immun. Nicht einmal Gertrud.

Liebeskummer! Die sexsüchtige, gefühlskalte Miss „Ich-wechsle-Männer-schneller-als-andere-ihre-Unterhosen“ Gertrud hat Liebeskummer! Ich konnte es nicht fassen, als sie mich bei unserem Dinner-Date im Il Gallo mit traurigen Hundeaugen anblickte und ihre Gefühlslage offenbarte. „Ausgerechnet du!“ platzte ich heraus. Sie schnaubte beleidigt, jedoch im Wissen, dass mein Ausbruch berechtigt war. Wie viele Männer hatte sie schon ohne mit der Wimper zu zucken fallengelassen, wie viele Herzen gebrochen und stolze Egos angeknackst! Und nun hatte sich das Blatt gewendet. Hatten die Mayas etwa doch recht gehabt? Für mich jedenfalls sind solch absurde Zustände ein sicheres Zeichen für das nahende Ende.

Dabei sollte ich mich wirklich nicht über sie lustig machen. Liebeskummer ist kein Ritt über den Ponyhof. Wobei ich das nur bedingt beurteilen kann, da mein Herzschmerz jeweils eine Woche lang anhält, in der ich am liebsten sterben würde, alles mal grundsätzlich schwarz sehe und überzeugt bin, dass ich einsam und alleine verenden werde. Eine Woche, weil es in der Regel so lange geht, bis ich den nächsten kennenlerne. Und einsehe, dass das Leben noch so viel mehr zu bieten hat und mein sogenannter Liebeskummer ein Synonym ist für „Man will immer das, was man nicht haben kann – selbst wenn man es vorher nicht wollte“. Psychiater aus allen Ländern hätten ihre helle Freude an mir.

Aber bei Gertrud war es anders. Ihr ging es schlecht. So richtig, richtig schlecht. Jeder zweite Satz von ihr begann mit „Er…“ und wurde von einem herzzerreissenden Seufzer begleitet. „Er", wir nennen ihn ab jetzt Gregor, hatte es ihr wirklich angetan: gutaussehend, gebildet, witzig, locker und mit einem Body aus Stahl. Ausserdem war er der erste Mann, bei dem sie sich richtig wohl fühlte, ganz sie selber sein konnte und sich nichts sehnlicher wünschte, als auf ewig mit ihm zusammen zu sein. Doch genau das war das Problem: Gregor sehnte sich ebenfalls nach einer Beziehung – nur nicht mit Gertrud! Seit einer halben Ewigkeit schmachte er dieser hässlichen Kuh Lisa hinterher, erzählte meine unglückliche Freundin, und erkenne dabei nicht, dass er eigentlich zu ihr gehöre.

Ob sie sicher sei, dass sie ihn nicht nur wollte, weil er unerreichbar war? Betrübt schüttelte sie den Kopf. Seit mehreren Wochen gehe es ihr schon so. Das Gefühl gehe einfach nicht weg. „Ehrlich, ich hab sogar meinen Appetit verloren! Keinen Bissen krieg ich mehr runter!“ jammerte sie, während sie sich eine Gabel voll Spaghetti reinstopfte. Nachts könne sie nicht schlafen, weil ihre Gedanken um ihn kreisen. Am Morgen möge sie nicht aufstehen, weil ein Tag ohne ihn sinnlos erscheint. Jedes SMS, jedes nette Wort, jedes Lebenszeichen von ihm versetze sie in eine luftig-leichte Herzklopf-Zuckerwatten-Stimmung – bis ihr vor lauter verliebtem Rumgehüpfe die rosarote Brille abfalle und sie wieder in ihrem Loch versinke. „Nie, nie, nie wird er mich lieben!“ klagte sie und dann sah ich die Eiserne Lady tatsächlich das erste Mal weinen.

Weil die beste Therapie gegen Liebeskummer Ablenkung ist, schlug ich ihr vor, den Sonntag gemeinsam in ihrer Wohnung zu verbringen, Eis, Schoki und andere Figurzerstörer in uns reinzustopfen und uns über Bridget Jones lustig zu machen. „Sorry, am Sonntag kann ich nicht. Da treff ich doch Stefan.“ Ach so. Klar. Sie verzehrt sich zwar nach Gregor, vögelt aber weiterhin in der Weltgeschichte herum. Irgendwie beruhigte mich ihr Verhalten. Denn solange sich Gertrud diesbezüglich nicht ändert, ist das Universum noch im Lot. War wohl nix mit Apokalypse, liebe Mayas!

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Mr. Tiny

  • Garfield The Cat 14.12.2012 15.05 Uhr

    Frauen wie Getrud bekommen hoffenltich immer das was sie verdienen...

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