Like rolling stones

Ein intensiv-atemloses Theatererlebnis, welches einige Grundsatzdiskussionen zu entfachen vermag.

Intensität scheint das Stichwort des Abends zu sein: Die Matchbox macht ihrem Namen alle Ehre, ungewohnt nah nebeneinander sitzen die Zuschauer, ungewohnt auch, dass die Bühne in der Mitte des Raumes angelegt ist und damit das Publikum auf der anderen Seite des Raumes zwangsläufig zum Bühnenbild gemacht wird: Gegenseitiges Anstarren. Die Schauspieler (Robert Baranowski und Fabian Müller) verausgaben sich, Nicolas Dauwalder füllt den kleinen Raum innert Sekunden mit elektronischen Klängen. Am Ende glaubt man kaum, dass das Stück nicht mehr als eine Stunde gedauert hat.

Intensiv ist auch das Thema: Zwei Jungen, 13 und 15, vertreiben sich die Zeit mit mehr oder minder legalen, mehr oder minder gefährlichen Tätigkeiten. Als die beiden Steine von einer Autobahnbrücke schmeissen, töten sie damit einen Menschen. Das Stück setzt sich vordergründig mit der Frage nach Schuld auseinander, jedoch schwingen auch Aspekte von Macht und Verrat mit. Beeindruckend ist neben der schauspielerischen Leistung auch das Bühnenbild (Karoline Young), welche nach dem Minimax-Prinzip alles aus dem zur Verfügung stehenden Raum herausholt.

Ein Stück, das einen über die eigenen Schandtaten nachdenken lässt: Ging es nicht jedem von uns schon einmal ähnlich wie den Protagonisten, die unversehens, rollenden Steinen gleich, von einer Situation in die nächste, dem Unglück entgegen fallen? Eins führt tatsächlich oft zum Anderen und am Ende bleibt die Frage: Wie würde ich urteilen?

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