"Kaum etwas ist so detailliert reguliert wie das Bauen"

Carmen Walker Späh ist eine profilierte Kantonsrätin mit klaren Meinungen zu Zürich-West und dem Kanton. Sie streitet für die Entlastung von Kinderkrippen durch Bürokratie. Und glaubt, dass man mit weniger engen Vorschriften kostengünstigeren Wohnraum schaffen könnte.

In letzter Zeit begenet einem in der politischen Debatte immer wieder der Name Carmen Walker Späh. Am Tag nach diesem Interview etwa als Gerüchte laut wurden, FDP-Finanzvorstand Vollenwyder könnte vorzeitig das Handtuch werfen. Von den FDP-Schwergewichten, die sich öffentlich nicht gegen eine eigene Kandidatur ausgesprochen haben, ist Walker Späh in der Poleposition.

Seit zehn Jahren politisiert die Rechtsanwältin für die Kreise 6 und 10 im Kantonsrat, und hätte als ebenso solid bürgerliche wie unkonventionelle Freisinnige die besten Chancen, den Sitz zu verteidigen. Das alles sind vorläufig allerdings spekulative Gedankenspiele.

Carmen Walker Späh: Würde man die Vorschriften grösszügiger auslegen, könnte man kostengünstiger Wohnraum anbieten.

Auch als Präsidentin der FDP-Frauen Schweiz landete Walker Späh in den Medien als sie unlängst eine Diskussion über Frauen-Quoten lancierte, ein Thema, das die grossen Firmen in Zürich-West interessieren dürfte.

Walker Späht war auch einer der Köpfe hinter der Aufsehen erregenden Kampagne "Nicht mehr oben ohne" , in der die spärlich bekleidete FDP-Frauen-Generalsekretärin Claudine Esseiva mehr Frauen in Chefetagen forderte und ihrer honorigen Partei einen Schuss Modernität und freche Nonchalance verpasste.

FDP-Frauen: Laute Kampagne für Chancengleichheit auf der Teppichetage

Ein anderes Frauen- oder Familienthema für das Walker Späh kämpft, ist der Abbau unsinniger Bau-Vorschriften bei Kindergärten, eine Frage, die inzwischen auf eidgenössischer Ebene angelangt ist.

Für Zürich-West von Belang war auch Walker Spähs Fragezeichen, ob das Geroldareal der richtige Standort fürs Kongresshaus sei. Und interessant fürs Quartier ist die Frage, ob einmal der Waidhaldentunnel gebaut werden wird, der es erlauben würde, die Rosengartenstrasse vom Verkehr zu entlasten, von dem man aber noch nicht weiss, wo genau er enden wird. Walker Späh gilt als „Mutter des Waidhaldentunnels“, zu dem jetzt einmal Varianten ausgearbeitet werden müssen.

Will man die Rosengartenstrasse vom Verkehr entlasten, braucht es den Waidhaldentunnel

Walker Späh, deren Anwaltsbüro in Wipkingen, gleich auf der anderen Seite der Limmat, liegt, hat in Sachen Weiterentwicklung von Zürich-West pointiert andere Positionen als etwa SP-Nationalrätin Badran, die hier erklärt hatte, es entstünde ein Reichenghetto.Sie ist überzeugt, hätte man weniger Vorschriften, wären neue Bauten nicht so teuer und Mieten weniger hoch. Eine Sicht, die eben von einer neuen Studie der Stadt Zürich gestützt wird.

Was Carmen Walker Späh zu Zürich-West sagt, und wann Quoten für Verwaltungsräte verbindlich werden sollten, im zweiteiligen Video Interview.

Homepage Walker Späh

Jeden Mittwoch: Interviews mit Politikern, die Zürich-West prägen:

Jacqueline Badran, SP-Nationalrätin

Karin Rykart Sutter, grüne Geeinderätin für die Kreise 4 und 5

Fotos: Nadja Hauser

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