Kapazitätserweiterung auf der Linie 17

Auf der Linie 17 fahren seit dem 1. Juni 2012 Cobra-Trams und lange Trams 2000, aber keine Sänften mehr. Mit dieser Massnahme erhöhen die VBZ die Fahrgastkapazität auf der jungen Linie 17 um 30%. Sie haben damit auf Kapazitätsengpässe in den Spitzenzeiten reagiert.

Um etwas mehr über die Hintergründe zu dieser Kapazitätserweiterung zu erfahren, habe ich mich mit Jacques Baumann, Vizedirektor und Leiter Markt der VBZ, unterhalten.

Julia Müller: Mich würde wundernehmen, was der Auslöser für diese Umstellung war?

Jacques Baumann: Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass wir die Kunden befördern können, die mit uns reisen wollen. Dies wurde offensichtlich zu gewissen Zeiten im Raum Förrlibuckstrasse zu einem Problem, da es sehr eng wurde. Es ist darum ganz klar, dass wir darauf reagieren wollten.

Julia Müller: Wie haben sich die Fahrgastzahlen auf der Linie 17 in den letzten Jahren genau entwickelt?

Jacques Baumann: Es ist ja so, dass auf der Strecke Bahnhofplatz/HB – Werdhölzli früher die Linie 4 verkehrte. Erst mit der Einführung des Tram Zürich-West wurde sie zur Linie 17. Wir sind davon ausgegangen, dass die Linie 4 einen Teil der Fahrgäste in Zürich-West aufnimmt und somit die Linie 17 entlastet. Darum haben wir auf der Linie 17 kürzere Trams als zuvor auf der Linie 4 eingesetzt. Die Linie 17 hat nun aber praktisch die gleichen Fahrgastzahlen wie zuvor die Linie 4 auf derselben Strecke. Unsere Prognose hat sich also nicht bestätigt. Die Fahrgäste aus der Hardturmstrasse benützen weiterhin mehrheitlich die Linie 17.

Julia Müller: Wie konnte die Kapazitätserweiterung so rasch intern umgesetzt werden? Oder wurde es schon länger geplant?

Jacques Baumann: Es ist wirklich so, dass die Massnahme innert sehr kurzer Frist intern umgesetzt wurde – alles in allem etwa in einem Monat. Dies war das Ergebnis von perfekter Zusammenarbeit innerhalb der VBZ. Für mich persönlich war es sehr wichtig, dass die Situation nicht so bestehen bleiben konnte. Auf einer neu eingeführten Tramlinie, die ein wichtiges Arbeitsplatz-Gebiet erschliesst, muss genügend Kapazität bereitgestellt werden. Es bestand eine sehr grosse Motivation aber auch ein gewisser Druck, da die Situation natürlich Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit und somit auch auf das Image der VBZ hatte. Sämtliche Kollegen intern haben perfekt mitgearbeitet und diese Kapazitätserweiterung ermöglicht.

Julia Müller: Gab es seit der Umstellung am 1. Juni bereits Reaktionen? Sind die Fahrgäste nun zufriedener?

Jacques Baumann: Es wurde einfach ruhig – und dies ist ein sehr gutes Zeichen. Im Normalfall ist es ja so, dass wenn der Kunde zufrieden ist dann ist er zufrieden und fährt einfach. Erst wenn er unzufrieden ist meldet er sich. Wir gehen darum davon aus, dass wir nun auch in Zürich-West wieder zufriedene Kunden haben.

Julia Müller: Was für Auswirkungen hat diese Kapazitätserweiterung der Linie 17 auf das Gesamtnetz?

Jacques Baumann: Unser Netz ist ja heute vor allem zu Hauptverkehrszeiten praktisch ausgereizt. Wir konnten darum diese Kapazitätserweiterung auf der Linie 17 nicht vornehmen, ohne auf anderen Linien Fahrzeuge auszutauschen. Wir haben also alle Linien genau auf ihre Fahrgastzahlen analysiert und so freie Kapazitäten erkannt. Diese werden nun auf der Linie 17 eingesetzt. Es handelt sich dabei um Cobra-Trams, die vom Fahrkomfort und von der Qualität her – auch wegen der Niederflurigkeit - eine Aufwertung der Linie 17 darstellen.

  • Alfred Hess-Traber 06.7.2012 11.57 Uhr

    Mit dem Einsatzende der "Sänftentrams" kehren auch die klimatisierten Cobras zurück. Danke. Klimatisierung und Tiefeinstieg gut.
    COBRA: Zeitweiser Lärm wegen unruhigem Lauf weniger gut. Verlust der direkten Verbindung ans Limmatquai und auch schlechte Anschlüsse an Linie 4 sehr schlecht.
    Mit Tram Hardbrücke Verlust der direkten Verbindung zum HB für Viele ein grosses Minus.Nutzen der neuen Linie 8 gering.
    Freundliche Grüsse A.Hess

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