«Ich werde Tramführerin»

Samstagnacht im Tram in Zürich. Ein stark alkoholisierter Passagier attackiert einen Tramgast und prügelt auf ihn ein. Die Situation eskaliert. Wie muss die Tramführerin in solch einer Situation reagieren? Eines der spannenden Themen des zweiten Ausbildungstages.

Es ist 7.30 Uhr. Alle im Klassenzimmer sind frisch und munter. Auf dem Tagesprogramm stehen Qualitätsgrundsätze der VBZ, Sicherheit und Gewalt, Linien-, Strecken- und Mobilitätskenntnisse, Arbeitssicherheit sowie Schaden- und Versicherungsmanagement.

Mehr Sicherheit – weniger Gewalt

Heute lernen die angehenden TramführerInnen, wie sie sich in brenzligen Situationen zu verhalten haben. Wie müssen sie reagieren, wenn es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung kommt? Die Gruppe diskutiert darüber, wie sie im Beruf oder im Privaten schon mit Gewalt konfrontiert wurden. «Eure Sicherheit ist uns sehr wichtig», sagt die Ausbildnerin. «Wir können jederzeit mit der Leitstelle Kontakt aufnehmen, wenn es in unserem Tram zu einer Auseinandersetzung kommt, das gibt einem schon Sicherheit», erklärt Edi. Nie sollen die TramfüherInnen versuchen einzuschreiten oder zu schlichten: «Unsere Aufgabe ist es, die Passagiere zu transportieren. Wir haben keinen pädagogischen Auftrag», sagt die Ausbildnerin. Sie erklärt, dass es nicht immer die Jungen sind, die für Unruhe sorgen. Oft sind es auch gut gekleidete und gepflegte Leute: «Ihr könnt euch nicht vorstellen, welch ein Wörterrepertoire teils Fahrgäste haben!».

Das Positive nicht vergessen

Nach delikaten Diskussionen über Massenschlägereien im Ausgang oder sinnlose Gewalt gegenüber Mitmenschen wird aber auch betont, dass solche Angelegenheiten selten sind. «Negative Erlebnisse und unangenehme Passagiere bleiben einem leider eher im Gedächtnis, so vergisst man manchmal, dass die Mehrheit ja immer noch friedlich ist», sagt die Ausbildnerin. Über 99 Prozent der Passagiere steigen ein und wieder aus, ohne dass man das merkt - nur das eine Prozent, das dann doch für Aufsehen sorgt, bleibt einem in Erinnerung. «Ihr werdet auch viele positive Erlebnisse mit den Passagieren haben. In der Weihnachtszeit erhält man immer mal wieder Guetzli, ein Schöggeli oder auch einfach ein nettes Gespräch vom Führerhaus aus», erzählt die Ausbildnerin aus eigener Erfahrung.

Troubleshooter – die Alleskönner

Thematisiert werden heute auch die Troubleshooter. Mir ihren Vans sind sie in der ganzen Stadt stationiert und unterwegs. Edi ist beeindruckt von dem breitgefächerten Aufgabengebiet der Troubleshooter: «Sie müssen Bus- und Tramfahren können, das habe ich nicht gewusst, so können sie in einem Notfall einspringen». Troubleshooter sind immer einsatzbereit und sorgen dafür, dass das Liniennetz einwandfrei funktioniert. Sie sind vor Ort, wenn es eine Störung zu beheben gibt. Sei das ein Lastwagen, der zu nahe an der Tramschiene steht oder eine Ampel, die im frühlingshaften Blätterwald verschwindet und kaum noch gesehen wird. Troubleshooter schauen zum Rechten. Das Thema «Kollision» wird heute ebenfalls thematisiert. Kommt es zu einer Kollision, was leider manchmal nicht verhindert werden kann, sind die Troubleshooter sofort zur Stelle.

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Lesen und sehen Sie hier, was Edi Popovic während ihrer Ausbildung zur VBZ Tramführerin alles erlebt und lernt.

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+ Erster Ausbildungstag

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