Endstation Meer? Plastikmüll-Projekt

Gigantische Mengen an Plastikmüll gelangen tagtäglich in die Meere, so dass sich diese schleichend in eine Plastiksuppe verwandeln – mit schwerwiegenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Das Museum für Gestaltung Zürich beleuchtet mit der Ausstellung „Endstation Meer?“ die Folgen des Plastikmülls, aber auch verschiedene Lösungsansätze.

Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt

Plastiktüte, Kinderspielzeug, PET-Flasche, Lebensmittelverpackungen… Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat das Erdöl-basierte Material seinen Siegeszug durch die Konsumwelt angetreten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist preiswert, einfach in der Verarbeitung und nimmtfast jede gewünschte Eigenschaft an. Unser Alltag ist voll von Plastik. Was aber passiert mit einem Plastikprodukt nach dem Ende seines Lebenszyklus? Ein grosser Teil dieser Produkte – jedes Jahr mehr als 6,4 Mio. Tonnen – landet unkontrolliert inunserer Umwelt und schliesslich in unseren Meeren und verwandelt diese schleichend in eineglobale Plastiksuppe. Bereits heute gibt es keinen Quadratkilometer Meerwasser, der frei ist von Plastikteilen. Obwohl nur ein kleiner Teil davon an der Oberfläche treibt, bilden sich aufgrund derMeeresströmungen gigantische Plastikstrudel. Der grösste befindet sich im Pazifik, dieser hatinzwischen eine Fläche, die grösser ist als Mitteleuropa. Aber ist das Meer tatsächlich die Endstation? Da herkömmlicher Plastik nicht biologisch abbaubar ist, wird er in immer kleinere Stückeaufgebrochen und gelangt in die Nahrungskette. So finden wir den Müll am Ende auf unseremTeller wieder, mit gravierenden Konsequenzen für unsere Gesundheit.

Plastikmüll am Strand, Thailand, 2011, Foto: © Kanyarat Kosavisutte/Green Fins Association/Marine Photobank
Im Meer treibende Plastiksäcke, Griechenland, 2008, Foto: Gavin Parson, © Gavin Parson/Marine Photobank

Die Ausstellung

So richtet das Museum für Gestaltung Zürich den Fokus für einmal ans Ende der Gebrauchsgeschichtevon Design: Zentrum der Ausstellung „Endstation Meer?“ und Symbol für die ökologischeKatastrophe ist eine Installation von Plastikschwemmgut aus verschiedenen Weltmeeren. Kooperationspartner haben den Plastikmüll bei Strandsäuberungen auf Hawaii, an der Nordseeund der Ostsee gesammelt. An den gezeigten Stücken lassen sich Herkunft, Lebenszyklus, Sinnund Unsinn der Plastikprodukte nachvollziehen. Neben rätselhaften Gegenständen aus der Fischereiindustriefindet man die Reste wohlbekannter Alltagsobjekte wie Plastikbecher oder Zahnbürsten, die sichtbare Spuren des Treibens im Salzwasser und des Zusammentreffens mitMeeresbewohnern aufweisen. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung den Hintergrund des Problems und seine fatalen Auswirkungenauf Meere, Tiere und Menschen. Die verbreitetsten Kunststoffe werden vorgestellt, Fragestellungenzu Konsum, gesundheitlichen Risiken, Mikroplastik, Materialkreisläufen oder Biokunststoffenbeleuchtet. Ausserdem werden lokale und internationale Lösungsansätze im Sinnvon Reduzieren, Umnutzen oder Wiederverwerten präsentiert. Diese sollen zum Nachdenken undletztlich auch zum Handeln anregen.

Plastikbecher, Fundstück aus dem Plastikschwemmgut, Museum für Gestaltung Zürich, Foto: Umberto Romito, 2012 © ZHdK
Die Vermittlung im Fokus

Demzufolge setzt diese Ausstellung einen Schwerpunkt auf die Vermittlung. Dafür sind eigensdrei Räume eingerichtet, in welchen sich die BesucherInnen aktiv mit dem Thema auseinandersetzenkönnen. Publikationen, Websites, Studien, Filme und Projekte werden bereitgestellt. Ausserdemsteht während der meisten Zeit eine Vermittlerin für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Weiterführende Angebote – Exkursionen, Führungen, Ausstellungsgespräche, Erzähltheater –ermöglichen sowohl eine theoretische als auch praktische Konfrontation mit dem Thema für alle Generationen. Die Grenzen und Möglichkeiten des Materials werden in der Designwerkstatt erkundet, die mit gebrauchtem Kunststoff experimentiert und versucht, Altes nachhaltig zu verwenden.Zudem wirken die Veranstaltungen in und ausserhalb des Museums auf die Ausstellungzurück, hinterlassen Spuren und werden im Resonanzraum sichtbar.

Galerie

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