EIN MONDÄNES DESIGNHOTEL FÜR URBANE NOMADEN

Beim Hardturm-Areal, auf den ehemaligen Trainingsplätzen des Grasshopper Clubs, herrscht Aufregung. Personal und Handwerker sind an den letzten Vorbereitungen zur Eröffnung des „25hours“. Das Konzept-Hotel für zeitgeistige, stilbewusste und moderne Kundschaft funktioniert bereits ausgezeichnet in Frankfurt, Hamburg und Wien. Direktorin Anita Vogler erklärt, warum es auch nach Zürich passt.

Die Erfolgsgeschichte von „25hours“ hat vor rund zehn Jahren in Hamburg begonnen und nun schreibt der Süddeutsche CEO Christoph Hoffmann, zusammen mit seinen Partnern Kai Hollmann, Ardi Goldman und Stephan Gerhard, ein erstes Kapitel in Zürich. Das erste Schweizer „25hours“ Hotel hat seinen Standort an der Pfingstweidstrasse gefunden, in direkter Nachbarschaft mit dem ehemaligen Toni-Areal. Das Hotel in Zürich-West trägt die deutliche Handschrift von Alfredo Häberli, einem Zürcher Designer mit argentinischen Wurzeln. Die hochwertige, aber verspielte Innenarchitektur wirkt mal kultiviert, mal kurios. Neben Lobby& Bar gibt es auch Seminarräume, Restaurant, Sauna, Kiosk, Tiefgarage, Fahrradverleih und einen Küchenclub. Die 126 Gästezimmer sind nach Edelmetallen benannt, frech eingerichtet und variieren preislich zwischen 270-370 Franken, Wochenendraten ab 180 Franken. Die Dynamik von „25hours“ zeichnet sich durch Individualität und Flexibilität aus. Nur so kann eine „globale Community mit lokalen Inhalten“ geschaffen werden, welche auch der Philosophie von „25hours“ entspricht. Durch ausgewählte Dienstleistungen, viel Herzlichkeit und Authentizität wird ein einzigartiges Hotelerlebnis geschaffen. Das neue Hotel öffnet am 22. Oktober seine Tore, die ersten Betten sind gebucht und ein zweites „25hours“ für Zürich ist bereits in Planung.

Anita Vogler, du bist 31 Jahre jung und bereits General Manager des “25hours Hotel”. Hast du dies mit Ehrgeiz geplant oder kam dein Sprung in die Führungsetage überraschend?

Ich habe die Hotelfachschule in Luzern absolviert, weil ich gezielt in die Managementposition wollte. Dass es schon so früh passiert ist, konnte ich nicht voraussehen, aber ich habe das “25hours” Projekt schon länger mitverfolgt und viele Kontakte geknüpft. Ich will nicht unbedingt selbstständig werden, aber ich liebe es, für ein Baby zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen. Meine Position als Hoteldirektorin verbindet dies perfekt.

Die Führungsebene ist von Männern dominiert. Nur im 25hours Hotel Wien hält ebenfalls eine Frau das Zepter in der Hand. Hast du manchmal Mühe, dich zu behaupten?

Durchsetzungsvermögen ist wichtig, sollte aber nicht mit dem Geschlecht in Verbindung gesetzt werden. Ich versuche mich nicht darauf zu versteifen und alles locker anzugehen. So wie es auch der Philosophie von “25hours” entspricht. Eine Frau hat auch viele Vorteile, ein bisschen mehr Charme und ein besseres “Gschpüri”, das kann man auch ausspielen.

Du kommst ursprünglich aus Bern und bist auf dem Land aufgewachsen. Wie gut kennst du Zürich-West?

Ich wohne seit sieben Jahren in Zürich und kenne mich gut aus. Am liebsten essen ich im Restaurant “Rosso” und in diesem Sommer war ich wirklich oft in Frau Gerolds Garten. Die Aussicht Richtung Hardbrücke ist einmalig, aber es geht alles wahnsinnig schnell in diesem Quartier. Auch den Primetower, den Zürcher „landmark“, zeige ich immer gerne meinen Freunden aus Bern und sie sind jedesmal beeindruckt.

Wieso Zürich-West als Standort für ein Designhotel?

Wir passen ausgezeichnet dahin und sind ein guter Farbtupfer für das Quartier. Wir wollen innovativ sein und nicht dort, wo bereits Hotel an Hotel steht. Wir sind anders.

Was heisst das?

Wir sind zwar Mitglied bei „Design Hotels“, wollen aber zeigen, dass Design nicht unbedingt teuer sein muss. Ich glaube nicht, dass man einen Abholservice mit Limousine vom Flughafen braucht, dafür aber eine gute Wegbeschreibung und die Möglichkeit, gratis ein mobiles Gefährt bei uns auszuleihen. Statt Bang& Olufsen Elektronik haben wir iPod-Dockingstationen in den Zimmern. Bei uns ist weniger manchmal mehr.

Was ist unter dem 25hours Motto “kennst du eins, kennst du keins” zu verstehen?

Das kann man nur erleben, wenn man alle 25hours Hotels in Frankfurt, Hamburg, Wien und Zürich ausprobiert. Kein Hotel ist vergleichbar mit dem anderen, denn wir lassen uns mit jedem Modell auf den Standort ein. In Zürich wird das Hotel unter der Idee eines dreidimensionalen Stadtführers gebaut.

Und wie soll das aussehen?

Alfredo Häberli, unser Designer, hat eine grosse Beobachtungsgabe. Er hat überall Gags und Hinweise eingebaut, von denen wir im Team auch immer wieder neue entdecken. Wenn man ihn zum Beispiel fragt, wieso im Restaurantboden Goldmünzen zu finden sind, sagt er, dass das Geld in Zürich am Boden liege. Oder beim Safe in den Zimmern hängt der neckische Spruch “Ihre direkte Verbindung zum Paradeplatz”. Allerdings möchte ich nicht alles hier verraten.

Wer ist euer Zielpublikum?

Damit muss man etwas vorsichtig sein. Wir sprechen grundsätzlich jeden an, der sich in unserem Hotel wohlfühlt. Vielfach werden es urbane Nomaden sein, die ehrgeizig und selbstständig sind. Wir schreiben Stil-Mix und Work-Life Balance gross, denn wir stellen auch Fahrräder zur Verfügung, die man sich abends kostenlos schnappen kann, um noch etwas durch die Stadt zu cruisen. Als junger Businessreisender möchte man sich abends die Kravatte vom Leib reissen und sich in einer nahegelegenen Bar ins Getümmel stürzen! Isch so!

Ihr habt einen “Geschichtenerzähler” engagiert, um euer Gastronomiekonzept zu entwickeln. Warum?

Das lässt sich nicht in zwei Sätzen erklären. Wir haben ein cooles Kozept, bei dem wir diverse Schweizer Persönlichkeiten ausgesucht haben, die in der Welt ihre Fussstapfen hinterlassen haben. Diese Persönlichkeiten sind Paten für unsere Gerichte, denn sie haben sich entweder einen gewissen Ruhm erarbeitet oder etwas Gutes getan, auch wenn man ihre Namen gar nicht kennt. Sagt dir Syra Marty etwas?

Nein.

Siehst du? Ich kannte sie davor auch nicht. Sie war ein Innerschweizer Mädel aus Goldau und die grösste Konkurrentin von Marilyn Monroe. Wirklich, Marilyn war sehr eifersüchtig. Ihr haben wir den Caesar Salad gewidmet, der bei uns mit einem speziellen Schweizer Käse zubereitet wird. Bella Michelle Hunziker hat ebenfalls ein Gericht bekommen und natürlich auch Dieter Meier, bei dem wir dessen Argentinisches Biobeef mit einem Zürcher Produkt verbinden.

Und dafür braucht es einen “Geschichtenerzähler”?

Wir liessen von jeder Persönlichkeit eine Biographie schreiben, welche in ein paar Zeilen in die unserer Speisekarte integriert ist. So hat man sowohl als Ausländer, aber auch als Schweizer die Möglichkeit, ein paar neue Köpfe kennenzulernen.

Was gibt es auf der jetzigen Baustelle des zukünftigen “25hours” noch zu erledigen?

Die Zimmer sind mehr oder weniger eingerichtet. Es ist zwar alles noch in Plastik eingepackt, aber man muss nur noch die Accessoires aufstellen. Und geputzt muss noch werden. Wo die Arbeiten noch auf Hochtouren laufen sind die öffentlichen Bereiche, im Erdgeschossbereich, Restaurant, Lobby, Frontdesk und Seminarräume. Aber es steht schon relativ viel.

Wie ist die Stimmung so kurz vor der Eröffnung?

Langsam sind wir etwas “in a hurry”, denn wie immer gibt es auf die letzte Meile viel zu tun.

Nervös bist du nicht?

Doch natürlich. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, aber man sollte sich nicht davon beirren lassen. Es sind zum Beispiel Verzögerungen im Bau möglich, bei denen die Firma auch gar keine Schuld trägt. Aber wir freuen uns aber immens auf das Hotel, es wird supercool werden!!

© 25hours Hotel Zürich-West: Aussenansicht
© 25hours Hotel Zürich-West: Bar
© 25hours Hotel Zürich-West: Zimmer Kategorie Silber
© 25hours Hotel Zürich-West: Zimmer Kategorie Silber

  • Walter Schärer 03.11.2012 17.28 Uhr

    Gratuliere, das Hotel wurde rechtzeitig fertig ;-)

    Und einen Blogartikel von reisememo.ch haben sie auch schon erhalten!
    http://reisememo.ch/europa/schweiz/25hours-neues-designhotel-zuerich-west-end

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