Die besten Espressi (Teil 2)

In Zürich-West gibt es Kaffee en mass. Doch die Qualität könnte unterschiedlicher nicht sein. Die Suche nach dem besten Espresso führt mich quer durchs Quartier. Dieses Mal: Café Noir.

Das Café Noir ist das Hauseigene Kaffee der Rösterei Noir an der Neugasse. Selbst gerösteten Kaffee anzubieten ist schon etwas spezielles. Deshalb bin ich besonders gespannt.

Die Voraussetzungen sind schon mal nicht schlecht. Die Kaffeemaschine, Marke Dalla Corte, sagt schon viel aus. Nämlich, dass hier der Kaffeeprofi Ingo Rogalla seine Hände im Spiel hatte und der will, dass nur bester Kaffee aus seinen Maschinen läuft. Deshalb bietet er gratis Kaffee-Schulungen für seine Kunden an. So wars wohl auch im Noir; die Barista kennt die nötigen Handgriffe. Die Bohnen werden On Demand gemahlen. Das heisst, erst dann, wenn die Barista auf den Knopf an der Mahlmaschine drückt. Geröstete Kaffeebohnen werden zwar theoretisch nicht schlecht, also haben kein Ablaufdatum, doch ihr Geschmack nimmt dafür im Rekordtempo ab. Noch schlimmer wird es, wenn die Bohnen gemahlen werden. Dann geht es im Minutentakt, bis das ganze Aroma verflogen ist. Grund dafür sind die Öle in den Bohnen, die das Aroma binden. Werden die Bohnen gemahlen, wird die Öl-Aroma-Bindung aufgehoben. Da kann man dann nur noch eines tun: Sofort den Kaffee brühen.

Im Noir wird das also getan. Die Mahlung wird in den Kolben gepresst. Die Barista dreht den Kolben in die Maschine und drückt fast gleichzeitig auf den Knopf – der Kaffee läuft heraus. Auch ein wichtiger Schritt. Denn wenn nur ein paar Sekunden gewartet wird, bevor man den Kaffee herauslaufen lässt, werden die gemahlenen Bohnen verbrannt. Denn dort wo bei der Maschine das Wasser rausläuft, man nennt dies Brühgruppe, ist es ca. 95 Grad heiss.

Zum Kaffee: Die Crema ist bei dem Single Espresso sehr dünn, der Zucker fällt direkt auf den Tassenboden. Der Dopio kommt dagegen mit einer schönen Crema. Die Röstung der Bohnen ist sehr aromatisch. Ich trinke die Hausmischung mit vier verschiedenen Bohnensorten. Dreimal Arabica und einmal Robusta. Der Kaffee ist deshalb nicht so stark und ich halte mich zurück mit dem Zucker. Für mich ist diese Mischung ein bisschen zu flach, doch wer den Kaffee eher mild aber aromatisch mag, der wird sehr zufrieden sein. Zusammengefasst finde ich den Kaffee vom Noir sehr gut. Die Hausmischung passt gut für nach dem Essen.

Mein Rating: 4 von 5 Sternen, Kaffeemischung: Arabica (Brasilien, Costa Rica, Äthiopien), Robusta (Indien), Rösterei: Noir Kaffeerösterei, Zürich

Café Noir, Neugasse 33, 8005 Zürich

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