The bright end of the street

Das Restaurant Viadukt zügelt ihre Konzerte in den Bogen F. Der Raum am Ende der Viaduktstrasse hat genau die richtige Grösse, um Konzerte im intimen Rahmen zu erleben.

Auf der Bühne sitzt Reverend Deadeye, ein Mann fürs Grobe, der aber Seelen heilen will. Es riecht nach einer Mischung aus Bier und Whiskey. Wenn er während den Songs nach seiner brennenden Zigarette langt, entsteht eine Pause, es wird still im Bogen F. Leute, die sich vorher laut unterhielten, beginnen zu flüstern. Es entsteht eine Spannung, die sich mit der immer lauter werdenden Rückkopplung aus dem Gitarren-Amp steigert. Dann greift der Reverend wieder in seine Saiten und donnert weiter.

Der Bogen F schafft es, eine intime Beziehung zum Künstler herzustellen. Zwar haben offiziell rund 200 Personen platz, doch diese sind mit der Gallerie gut verteilt und so trotzdem nah an der Bühne. Die trockene Akustik bringt jedes Geräusch in unmittelbare Nähe. Der Raum hat etwas jungfräuliches, alles glänzt und noch gibt es keine Verbrauchsspuren. Die Atmosphäre hebt sich davon aber ab. Denn das alte Mauerwerk des Viadukts, das in den Neu-Beton eingefügt wurde, verleiht dem Raum etwas raues und gibt ihm eine Seele, welche sonst nur in alten, ehrwürdigen Räumen zu spüren ist.

Kultur für einen guten Zweck

Gepachtet wird das neue Konzertlokal von der Stiftung Netzwerk aus dem Zürcher Oberland. Sie setzt sich für sozial benachteiligte Menschen ein. Sie schafft unter anderem Arbeit und Wohnraum für solche Menschen. Das Konzept wird bereits im Restaurant Viadukt, im Bogen 8 und 9, angewendet – mit grossem Erfolg. "Wir sind total happy, dass wir ein weiteres Lokal eröffnen konnten", sagt Lukas Keller von der Stiftung Netzwerk. Er ist an diesem Abend ein gefragter Mann. Trotzdem führt er mich durch das Lokal – auch Backstage, was aber direkt ins Freie führt. Auch hier: den Künstlern bleibt nach ihrem Auftritt nichts anderes Übrig, als sich unter das Publikum zu mischen. Keller meint, vielleicht stelle man dann einen kleinen Wohnwagen hinter die Backstage-Türe. Doch eigentlich begeistert mich die Idee des Künstlers, der fast unfreiwillig ein Bad in der Menge nimmt.

Ich bin gespannt, wie sich der Bogen F weiterentwickeln wird. Ich auf jeden Fall bin sicher nicht das letzte Mal dort gewesen. Wer sich vom Bogen F selbst überzeugen will, hier das Programm.

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