Baustellen

Ein Hausboot oder doch Tomaten - zusammen mit der Sonne zeichnen sich am Horizont farbenfrohe Zukunftsvisionen ab. Mit der Lufttemperatur steigen auch Entschlossenheit und Euphorie.

Mit der Sonne tauchen die Zukunftspläne wieder auf. Mit dem Fahrrad durch die Stadt, die Gedanken flattern - vielleicht doch ein Hausboot, endlich wieder zum Wandern in die Wachau, in das gute Restaurant zum Sonntagsfrühstück. Weiter, mit Wind in den Haaren und Sonnenbrille, die Bewerbung für den Job, der so interessant klingt, im Kopf ist sie bereits geschrieben. Die Möglichkeiten glitzern wie Staub in den ersten Sonnenstrahlen, warum nicht doch umziehen, weg von hier, eine neue Stadt entdecken.

Unter der Brücke entlang, verlassene Baustellen ziehen vorbei, Brunner Erben und Betreten verboten, niemand ist da, niemand kümmert sich um die aufgerissenen Löcher im Beton. Die Anmeldefrist für den Bikramyoga-Kurs ist noch nicht abgelaufen, ein Tomatenstock würde sich hübsch ausmachen auf dem Balkon, vielleicht rufst du ihn heute Nachmittag an. Das Fahrrad surrt, ein bisschen Wärme schwebt bereits über dem Asphalt, Leichtigkeit. Frisches Gemüse auf dem Markt kaufen, die Fenster putzen, die Vorsätze vom letzten Silvester aufschreiben und an den Kühlschrank damit.

Möglichkeiten, Möglichkeiten, und gleichzeitig die Hindernisse, Schwächen, Bequemlichkeiten. Du denkst, mein Leben ist eine Baustelle. Fährst weiter; aber nicht eine Baustelle à la zurichoise, die verlassen daliegt und nie fertig zu werden scheint: Du schmiedest Baupläne für dich, konstruktiv, von bestechender statischer Qualität, Zukunftsschlösser gefüllt mit Ambitionen, die warme Maisonne spornt dich dazu an, Euphorie und Entschlossenheit, du willst das in deine Hände nehmen, formen, präsentieren.

Du hast ein gutes Gefühl.

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