Aus dem Tagebuch eines Stadtindianers

Ich habe mein Lager in der Nähe eines gläsernen Berges eingerichtet.

Nachdem ich nun schon eine Weile im Westen verweile, und an verschiedenen Orten das Lager aufgeschlagen habe, bin ich zur Ruhe gekommen. Ich niste im Schatten einer kolossalen Bergspitze aus Glas. Ich frage mich, ob das Gebilde, aus dem, ganz abgesehen davon, dass es nicht sonderlich stabil aussieht, Menschen ein- und ausgehen, eher etwas pilzartiges oder mineralisches ist. Vielleicht wachsen an anderen Stellen noch mehr von diesen Pilzen. Ich habe bereits eine Unterhaltung zwischen zwei Einheimischen verfolgen können, die einen Pilzausbruch in der Gegend befürchten. Sie redeten von "Aufwertung" und "Trend" sowie "Zuzügler", "Fremde" und dergleichen. Ich verstehe dabei nicht, wie der Pilzbefall einer Gegend "aufwertend" sein könnte, bin mir meinen Forschungen in diese Richtung aber noch nicht am Ende.

Im Schatten dieses gläsernen Pilzes lässt es sich ganz gut Leben. Die Menschen hier verfügen über eine Einrichtung, in der man sich mit Lebensmitteln versorgen kann. Sie haben aber eine lustige Regelung: Man musst die Nahrung in der Jacke verstecken und so tun, als hätte man gar nichts genommen. Es scheint eine Art Spiel zu sein. Am Ausgang stehen Wächter, die einem beobachten. Denen sollte man, wenn möglich aus dem Weg gehen.

Karte wird geladen ...

Logo VBZ Logo Westnetz