Die Suche nach der perfekten Welle

Mit ihrer Surfer-Musik spielen The Brugal einen ungewohnten Sound in Zürich. Wenn man den Jungs eine Weile zuhört, findet man sich plötzlich in den 60ern wieder, an einem Strand, irgendwo in den USA.

In einer Reihe stellten sich The Brugal auf der Bühne auf. Selbst Andy Wettstein, der Schlagzeuger, trommelte im stehen. Der Bandname lässt noch nicht viel über ihre Musik verraten. Zuerst dachte ich an eine Balkan-Pop-Band, à la Balkan Express. Falsch! The Brugal spielt Surf-Musik aus den 1960ern, ganz im Stil von Dick Dale und Duane Eddy. Nun machten auch die Hawaii-Hemden Sinn, die sie trugen. Die Band setzt sich aus zwei Gitarren, einem Bass und einem Schlagzeug zusammen. Beste Voraussetzungen für diese unverkennbaren Gitarrenläufe und zweistimmigen Gitarrenriffs, welche die Surf-Musik ausmachen.

Genau diese Gitarrensounds waren es, die das Publikum mitrissen. Leider war das Publikum aber immer noch auf "Schweiz" eingestellt, man getraute sich nicht bis ganz vor die Bühne und es entstand die bekannte Lücke zwischen Publikum und Band. Als dann aber das Schlagzeug einsetzte und den Groove verstärkte, begannen die Leute vorne zu tanzen. Die Stimmung stieg. Neben Covers spielten The Brugal auch eigene Songs, die direkt aus den 50ern stammen könnten. Gitarrist Hansueli Tischauser setzte sein Instrument gekonnt und mit viel Power ein. Das kostete aber seinen Tribut – gegen Ende des Konzerts riss eine Saite seiner Gitarre. Doch er vorzog keine Mine und spielte weiter, wechselte dann seine Gitarre.

Die Band spielte zum ersten Mal an Silvester 2011/2012 zusammen, sie ist also noch sehr jung. Man merkt aber, dass die Musiker keine Neulinge auf ihrem Gebiet sind. So spielen etwa Gitarrist Hansueli Tischauser und Schlagzeuger Andy Wettstein noch in einer anderen Band, names Los Dos, zusammen. Im Grossen und Ganzen zeigten die vier Zürcher eine solide und überzeugende Leistung. Im Kleinen fehlt aber noch ein wenig der Groove. Immer wieder spührt man eine gewisse Ratlosigkeit auf der Bühne, die man häufig bei neuen Bands merkt. Meistens ist es so, dass sich die Musiker zu fest auf ihren Part konzentrieren müssen und so die Band um sie herum nicht mehr wahrnehmen. Nicht dass sie etwas falsches spielen oder nicht mehr im Takt sind, sondern dass auf der Metaebene, der Groove zwischen den Musikern nicht ganz stimmt.

Zieht man den Bogen aber über das ganze Konzert, war es eine super Performance, mit guten Showeinlagen und einem unverwechselbaren Sound, den einem in andere Zeiten versetzt. Wenn die Band noch eingespielter wirkt und als Ganzes auftritt, könnte man sagen: The Brugal – Das ist die perfekte Welle, die jeden mitreisst!

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