Arbeiten im Nachtleben

Wie das Ausgangsvolk versucht, gratis in einen Club zu kommen, erzählt uns die neunundzwanzigjährige Natalia.
Sie arbeitet seit zwei Jahren im Club Cabaret an der Geroldstrasse und schaut, dass alle ihren Eintritt zahlen.

Natalia, welchen Beruf hast du gelernt?

Ich bin gelernte Pflegeassistentin und arbeite unter der Woche in einem Altersheim.

Warum arbeitest du zusätzlich hier im Club?

Das ist mein Zusatzverdienst. Ich kann die beiden Jobs gut vereinbaren, wenn ich einen Job in der Nacht ausübe.

Von wann bis wann dauert deine Schicht?

Ich beginne um 23 Uhr und je nachdem wie gut die Party läuft bis zwischen 3 und 5 Uhr morgens.

Woher nimmst du die Energie?

Ich habe mich in den letzten zwei Jahren daran gewöhnt. Klar bin ich früh morgens auch ausgelaugt und müde und freue mich auf mein Bett.

Hast du ein Lieblingsrestaurant hier in Zürich West?

In Zürich West nicht, aber in Wiedikon das La Côte.

Welche Bar in Zürich West gefällt dir?

Früher ging ich oft in den 4. Akt, heute trifft man mich nicht mehr so in Bars.

Zürich West hat viele Clubs, wo zieht es dich hin?

Seit ich selber im Ausgang arbeite, gehe ich ehrlich gesagt nicht mehr so oft in Clubs. Ich mag lateinamerikanische Musik und gehe ab und zu ins Latin Palace bei der Langstrasse. Hier in Zürich West trifft man mich ab und zu auch im Hive oder Cabaret.

Was fällt dir an Zürich West auf?

Das Quartier verändert sich, ich habe manchmal das Gefühl, die Kultur des ganzen Quartiers wird sich in Zukunft verändern. Man liest, dass die vielen Eigentumswohnungen, die hier gebaut werden, leer stehen. Die Partymeile wird früher oder später hier verschwinden und noch weiter aus der Stadt verdrängt.

Was hältst du vom Plan, das neue Kongresszentrum hier auf dem Geroldareal zu bauen?

Ich weiss, dass das Cabaret und der Supermarket nächstes Jahr schliessen werden. Ich finde, das alles macht die Szene kaputt. Ein Kongresszentrum hier, das fände ich schade.

Was machst du, wenn das Cabaret schliesst, dann verlierst du ja deinen Zusatzjob?

Ich werde danach vermutlich im Club Pfingstweide beginnen.

Wie gefällt es dir im Nachtleben zu arbeiten? Was gefällt dir gar nicht?

Grundsätzlich mag ich es dort zu arbeiten, wo andere feiern. Es ist eine gute Abwechslung zum normalen Alltag. So ab ein, zwei Uhr morgens wird es meist etwas mühsam. Die Clubgäste sind ungeduldig, möchten gratis in den Club und versuchen verschiedene Tricks.

Was für Tricks denn?

Ich möchte hier nicht alles erzählen, sonst habe ich bei meiner nächsten Schicht noch mehr von denen, die versuchen gratis reinzukommen. Es gibt viele, die behaupten auf der Gästeliste zu stehen oder auf der ewigen Liste. Oft sagen sie, dass sie gewisse Personen, die in unserem Club arbeiten oder diesen betreiben, kennen. Es gibt auch solche, die versuchen einfach durchzulaufen ohne zu zahlen. Zum Glück habe ich immer die Security in der Nähe, die ich in einem solchen Fall kurz rufen kann.

Stichworte zu Zürich West: Trendig, Partymeile, lebendig

Lieblings-DJs? Dj Serafin, Dj Kalabrese, Dj Nader

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