Alles wird gut dank dem Limmatlädeli

Das kleine, aber feine Lädeli nimmt man von der Strasse her kaum wahr. Jedoch, wer die Suppe schon einmal gekostet hat, schlägt das Cordon bleu von nebenan gerne mal aus und holt sich vom Lädeli eine der schmackhaften Suppen. Das Angebot ist bunt und findet für jeden Gaumen was Passendes.

Als ich wie vereinbart um 17 Uhr den Laden betrete und mich kurz namentlich vorstelle, merke ich gleich, dass sich die Begeisterung für den Blog-Eintrag in Grenzen hält. Das Gespräch startet etwa so:

Denise: Hallo, bist Du die Sabine? Ich bin Denise, wir haben kürzlich telefoniert...

Sabine: Hallo Denise. Ja, du kommst wegen dem Blog-Eintrag. Richtig?

Denise: Richtig.

Sabine: Jetzt muss ich nachhaken. Wie heisst denn der Blog schon wieder? Wir hatten da nämlich schon mal jemanden, der Fotos machte und diese dann ins Internet stellte. Nicht, dass es dann für die gleiche Webseite ist...

Denise: Die Plattform von VBZ heisst www.westnetz.ch, leibt und lebt für und von Zürich-West. Bewirtschaftet wird die Seite von 72 Bloggern. Geschrieben wird alles Mögliche, das in Verbindung mit dem Kreis 5 steht. Ich möchte die kleinen Beizen und Lokale den Lesern etwas näherbringen. Und gestartet wird mit euch, dem Limmatlädeli. Ich habe euch auf einer Suchseite Namens http://de.yelp.ch gefunden. Vielleicht meinst Du ja diesen Eintrag. Auch habe ich eine Facebook-Gruppen-Seite gefunden. Führt Ihr diese Seite?

Sabine: Diese Facebook Seite ist von einem unserer Gäste erstellt worden, und seitdem posten diverse Gruppenmitglieder ein aktuelles Bild von der Tafel. Wir selber machen daran nichts. Das ist ganz gut so und genügt uns eigentlich in Sachen Internetwerbung. Wir setzen da wenig Gewicht darauf. Eine Webseite von uns gibt es nicht und wird es wohl auch nie geben. Im Generellen, möchten wir auf das Altbewährte setzen: auf Tradition und guten Kundenkontakt. Mit diversen Stammgästen hat sich schon ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Auch sollte das „Look & Feel“ an Grossmutters Küche erinnern.

Und das setzen sie auch gut um. Im Limmatlädeli fühle ich mich zeitlich zurückversetzt: Ich sitze in Grossmutters Küche und schaue Ihr zu, wie sie die Äpfel für die Apfelchüchlein schält, in den Bierteig einlegt und dann in der Pfanne frittiert. Danach esse ich mit Grossmutter die noch warmen, nach Zimt schmeckenden Apfelchüchlein genüsslich am Küchentisch. Man hört die Kuckucksuhr. Tick, tack, tick, tack, tick, tack...

Wir setzen uns in die Küche nieder, und vor dem Start unseres Gesprächs wird mir eine Suppe angeboten. Das finde ich irgendwie noch nett und originell genug, um es im Blog zu erwähnen. Ich lehne jedoch dankend ab, gehe aber auf das Angebot eines Kaffees ein.

Sabine, die das Limmatlädeli führt, wird von fünf anderen Teilzeitarbeitenden Damen tatkräftig unterstützt. Das Resultat lässt sich mit den Pico Bio Produkten zeigen. Pro Tag werden 150 Liter an fünf verschiedenen Sorten an Suppen präsentiert. Zu Spitzenzeiten, wohl eher im Winter, werden bis zu 300 Suppenbecher mit einem Apfel und einem Stück Brot über die Theke gereicht. Die weiteren Produkte die nicht selbst produziert sind wie Käse, Kuchen, Würste, Lassy etc. werden vom Restaurant Alpenrose geliefert.

Auf meine Frage, was sich seit dem Bestehen von 11 Jahren am Limmatlädeli geändert hat, gaben die Köchinnen Sabine und Rahel preis, dass die Leute offener geworden sind und auch gerne neue und unbekannte Geschmacksrichtungen ausprobieren. Auch ist die klassische Rollenverteilung bei der Bestellung zwischen Mann und Frau nicht mehr so ausgeprägt. Es kann somit sein, dass sich der Bauarbeiter eine Randen-Kokos-Suppe und die Büroangestellte sich die marokkanische Lamm-Eintopfsuppe inkl. Rauchwürstchen bestellt.

Auch sind die Namensgebungen der Suppen eine gute Taktik den Verkauf und die Beliebtheit der Suppen zu steuern. Da kann man schon mal auf der Tafel eine „Falsche Krebs-Suppe“ lesen, die in Wirklichkeit aus Tomaten-Wein-Brot-Creme besteht. Oder die „Irische Hafersuppe“ die geschickt auf „Irische Kraftsuppe“ unbenannt worden ist. Et voilà: Schon steigt der Umsatz.

Wie einfach doch die Werbung funktionieren kann, so ganz ohne Trommelwirbel von Facebook, Twitter, Blog, und was es da draussen in der grossen weiten Webwelt sonst noch alles gibt.

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