Charlotte Posenenske

Die radikale Minimalistin

Das Werk, das Charlotte Posenenske berühmt gemacht hat, ist in zwei, drei Jahren entstanden. Danach beendete die Künstlerin ihre Karriere, um direkter gesellschaftsverändernd arbeiten zu können.

Name: Charlotte Posenenske

Jahrgang: 1930 bis † 1985

Nationalität: Deutschland

Berühmt durch: Ihre minimalistischen Vierkantstahlrohre.

Markenzeichen: Äusserst politisch bewusste Künslterin im Stil der sechziger Jahre..

Leben und Werk: Werk bei Art and the City: Wegen ihrer jüdischen Herkunft musste Charlotte Posenenske sich während dem Dritten Reich vor den Nazis verbergen und überlebte in einem Versteck. Nach dem Krieg arbeitete sie für Theater und wurde von der Bühnenarchitektur beeinflusst. Dann wurde sie an der Stuttgarter Kunstakademie Schülerin von Willi Baumeister. 

Ihre bis heute einflussreichen Werke entwickelte Posenenske zwischen 1966 und 1968, in Form von Vierkantrohren, die sich in verschiedene Formen bringen lassen. Dabei war ihr wichtig, dass diese Skulpturen industreill hergestellt würden, weil sie erstens - wie Warhol - die Gleichheit mochte und einmal formulierte: Ich liebe Monotonomie. Zweitens fand sie es unzeitgmäss, dass ein Künstler in seinem Atelier an einem Unikat herumwerkelt, anstatt mit den Möglichkeitne maschineller Herstellung. Drittens lassen sich die Vierkantrohre in verschiedene Form bringen. In einem Manifest von 1968 erklärte Posenenske “die Konsumenten” sollten den Vierkantrohren die endgültige Form geben, das Werk also nicht bloss passiv ansehen. Bewusst wählte sie den Terminus “Konsument”, mit dem sie zum Ausdruck bringen wollte, dass ein Kunstwerk ein Gebrauchsgegenstand wie andere auch ist, der konsumiert werden sollte. Und sie setzte auf die in den Sechzigern gängige Idee, dass man die Trennung zwischen Künstler und Betrachtern aufheben sollte.

1968 ging Posenenske noch einen Schritt weiter: Weil ihr Kunst als zu wenig gesellschaftsverändernd erschien, hängte sie ihre Kunstkarriere an den Nagel und studierte Soziologie. Bis an ihre Lebensende sollte sie in sozialen Porjekten tätig sein. Ihr Werk wurde erst 2007 an der Documenta wiederentdeckt. Seither gibt es wieder Ausstellungen mit ihrer Arbeit, die von ihrem ehemaligen Lebensgefährten Burkhard Brunn betreut werden.

Haemmerli 

Bild: Charlotte Posenenske, 1965, mit Spritzpistole

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